Nun geht es wieder los


...auf nach Italien

Es ist der 26. July 2021 und alles ist vorbereitet. Die 2te Impfung ist erledigt, die Reisetaschen sind gepackt und vorsichtshalber nochmal einen Schnelltest gemacht. Um 16:00 Uhr macht sich die Crew der CALYPSO über Düsseldorf, die Freundin besuchen, auf den Weg. Morgen Nachmittag geht es dann per Direktflug nach Préveza.

Nahezu pünktlich landen wir am 27. July bei feuchtwarmen Temperaturen um 35° C in Préveza. Unter diesen Bedingungen  leistet sich die Crew ein Taxi. Mit den deutschen Schiffnachbarn ist schnell Kontakt hergestellt.Erfahrungen und Visitenkarten werden ausgetauscht. Doch dann hat sich die Körperflüssigkeit mittlerweile auf ein Minimum reduziert, sodass der Kaptain zum Bierchen in die Hafentaverne einlädt.

Die nächsten Tage dienen nun zur Vorbereitung auf die Reise. Das Paket aus Deutschland ist auch rechtzeitig angekommen. Die Temperaturen bewegen sich zurzeit eher bei 40°C. Nachts kühlt es mächtig auf 30°C ab. Zeit dass es losgeht. Am 2. August soll der Start sein. Vorher nochmal die Tanks füllen und  Gas zum Kochen und heizen besorgen. Und dann – schaun wir mal...


02. August 2021 Ankerbucht vor Préveza

Wir haben uns in der Marina verabschiedet und ziehen um 11:00 Uhr los. Es ist gleich um die Ecke in der Bucht zum Eingang in den Abrackischen Golf. Denn die hohen Temperaturen lassen sich beim Ankern leichter ertragen. Mittags fahren wir mit dem Tender an Land GAS zu besorgen. Klingt einfach braucht aber Zeit die richtige Stelle zu finden und sofort zum Mitnehmen geht gar nicht. Also wird für morgen den 03. August der Flaschenwechsel um 10:00 Uhr am Stadtkai verabredet. Der Außenborder fühlt sich nach der Reha beim technischen Department in der Marina Cleopatra wieder im Stande seine Dienste voll zur Verfügung zu stellen.

 

03. August 2021 Ormos Skoulíki   

Der Wecker meldet sich auftragsgemäß um 08:00 Uhr. Nach Skoulíki sind es 25 Seemeilen und die CALYPSO will mittags da sein. Also zügig frühstücken und dann los. Um 10:00 Uhr sind wir am Stadtkai verabredet. Nur wann 10:00 Uhr ist entscheidet der Grieche ganz alleine. Mit einer Verspätung von 45 Minuten geht es dann nach dem Flaschentausch endlich los. Das Wetter ist gut. Flache See fast kein Wind. So reisen wir gelassen durch das Ionische Meer. Auf der Höhe der Bucht Two Rocks Bay greift das Wetter in unsere Entscheidung ein. Wir fahren nicht mehr zur nächsten Bucht Ormos Skoulíki sondern nehmen den kürzesten Weg in die Two Rocks Bay. Auf den Weg dahin möchte unser Tender gerne die CALYPSO verlassen. Gott sei Dank ist er angebunden und musste gegen seinen Willen mit. Eine Festmacheleine konnte nicht überzeugt werden. Sie ist über Bord gesprungen. Schade, wir hätten sie noch gerne bei uns behalten. Die vergessenen offenen Fenster haben die Gelegenheit genutzt und frisches Seewasser reingelassen. Der Kapitän wurde oben auf der Flybridge am Ruder gleich mitgeduscht. Nun sind wir sicher am Anker genießen unser Manöverbier, räumen anschließend wieder auf und lassen uns nachts durch seitlichen Schwell in den Schlaf wiegen.

 

04. August 2021 Ormos Skoulíki  

Unsere Tour heute ist nur kurz. Knapp 4 Seemeilen in die Nachbarbucht Ormos Skoulíki in die wir gestern schon einlaufen wollten. Es gelingt uns um 10:45 den Anker zu lichten und uns auf den Weg zu machen. Nach knapp 1 Stunde ist das Ziel erreicht. Die Suche nach einem guten und sicheren Ankergrund macht es dann möglich, dass wir um 13:00 Uhr am Anker fest sind und zwei zusätzliche Landleinen gezogen sind. Das erfrischende Bad im Meer hat diesmal Vorrang vor dem Manöverbier. Zur Verwunderung der gesamten CALYPSO-Besatzung gibt es kein Internet in dieser Bucht. Am Strand um die Ecke wird noch ein Snack als Abendbrot verinnerlicht. Die Hitze sorgt dafür, dass die Crew die meiste Zeit im Wasser verbringt. Gegen Abend statten uns dann eine ganze Kolonie Wespen einen Besuch ab. Freunde sind wir nicht geworden.

 

05. August 2021 Marína Platariás

Am frühen Morgen sind die Wespen wieder da. Ihr Verhalten ist eher menschenfeindlich als gastfreundlich. Das ist mit ein Grund warum sich die CALYPSO um 07:45 Uhr auf den Weg zur Marína Platariás macht. 25 Seemeilen werden bei herrlichem Motorbootwetter zurückgelegt. Pünktlich um 12:00 Uhr sind wir mit Buganker am Kai fest. Jetzt wird erstmal was ordentliches gegessen. Der Hafen beginnt sich langsam zu füllen. Der Wind nimmt ebenfalls zu und soll morgen zu seiner Hochform auflaufen. Für die CALYPSO grundgenug hier 3 Tage zu verweilen. Und dann – befragen wir nochmal das Wetter.


08. August 2021 Hafen Sagiáda

Ja, wir sind jetzt 3 Tage in Platariás. Am Freitag und Samstag kommen die Charterer Sailing Holydays wie die Heuschrecken und belegen jede erdenkliche Lücke am Stadtkai. Mehr als 20 Charterboote “überfallen“ den Hafen. Hier scheint die Basis von Sailing Holydays neuerdings zu sein. Die Außenmole steht zurzeit aus sanierungsgründen nicht zur Verfügung. Für uns steht fest, wir fahren weiter. So geht e am Sonntag um 07:30 Uhr los. Das Wetter ist gut und so erreichen wir unser Ziel, den Hafen in Sagiáda, nach 18 Seemeilen und 3 Stunden Fahrt. Es ist ein kleiner Hafen mit max. 2 Meter Wassertiefe. Einen Wasserhahn am Kai und kein Strom. Bei unserer Ankunft liegen hier 3 Segler, die kurzdarauf weiterfahren. Wir lassen uns nicht beeindrucken und liegen jetzt ganz alleine, mit einigen Fischern, in dem Hafen und genießen die Abgeschiedenheit.

 

09. August 2021 Marína Kérkyras (Korfu) / Mandráki

Weil wir wissen, dass diese Marina recht klein ist reservieren wir uns einen Platz für 12:00 Uhr. Mit der Überfahrt nach Korfu verlassen wir Griechenlands Festlandküste. Zu früh sind wir in Sagiáda gestartet. Als die CALYPSO die  Marína Mandráki um 10:00 Uhr erreicht scheint noch niemand vom Hafenpersonal bereit zu stehen. Über Funk oder Telefon meldet sich keiner. Kurzentschlossen nimmt die CALYPSO Kurs auf die Marína Gouviá in der Nachbarschaft. Hier ist die letzte gute Möglichkeit bequem Futter für die Volvo-Pferde zu bunkern bevor es nach Italien geht. Doch nun geht es erstmal zur Marína Mandráki zurück. Es ist 12:00 Uhr und wir melden uns per Funk an. Und siehe da – wir bekommen einen Platz an der Außenmole zugewiesen. Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Marineros hält sich in Grenzen und ist deutlich steigerungsfähig. Nachmittags geht es dann zu Fuß durch das alte Burggemäuer in die Altstadt von Kérkyra (Korfu). Ein bißchen Sightseeing, ein bißchen einkaufen und gegen Abend lädt der Smutje zu einer Gyros Pita in gemütlicher Atmosphäre ein.

 

10. August 2021 Kerasiá

Das heutige Ziel ist die Bucht Kerasiá. Um 11:00 Uhr starten wir ohne Unterstützung des Hafenmeisters. Der ist gerade mit einer Flasche Wasser dabei im schlechten Internet zu surfen. Die CALYPSO ist wendig genug um dieses Manöver ohne externe Hilfe zu meistern. Mit leichter Brise bei strahlender Sonne wiegt und die Dünung unserem Ziel entgegen. 8 Seemeilen werden so genüsslich zurückgelegt. In der Bucht schnappt sich die CALYPSO eine bereitstehende Boje und ist um 13.00 Uhr fest. Die Temperaturen steigen immer weiter, sodass der ständige Aufenthalt im Wasser unvermeidbar ist. De vorbeifahrende Schifffahrt sorgt für unterschiedlichen Schwell. Die Besatzung der CALYPSO geht davon aus, dass es zur Nacht abnimmt. Die Boje an der die CALYPSO liegt gehört zur Taverne am Strand. Weil das Liegen an der Boje kostenfrei ist, gehört es sich in der Taverne zu essen. Gedacht getan und der Smutje muss nicht in dieser anstrengenden Hitze in der Pantry kochen. Morgen geht weiter.

 

11. August 2021 Insel Erikoúsa

06:30 Uhr ist Wecken. Kaffee kochen und das Schiff zur Weiterfahrt nach Erikoúsa klar machen. 20 Seemeilen sind vor uns. Gefrühstückt wird unterwegs. So geht es in der Morgendämmerung pünktlich um 07:30 Uhr los. Das Wasser ist ruhig, es weht ein leichter Wind. Die Überfahrt ist sehr entspannt. Das ändert sich als die CALYPSO in Erikoúsa eintrifft. Aufgrund mangelnder Reservierung wird kein Einlass gewährt und werden vertröstet. Ein paar Minuten soll es dauern. Nach einer Stünde dümpeln vor der Hafeneinfahrt gesellt sich die CALYPSO zu den anderen wartenden im Ankerfeld. Mehrmalige Nachfrage bleibt erfolglos. Nachmittags sorgt der Wind für Stimmung. Mit 6 Bft (22-27 Knoten) kommt er um die Ecke und bringt eine lebendige Welle mit. Selbst unter diesen Umständen gibt es kein Nachgeben seitens des Hafens. Der Anker verrichtet seine Arbeit ausgezeichnet. Der Kapitän hält von 02:00 bis 04:00 Uhr Ankerwache und ordnet das Tragen der Schwimmwesten an. Gegen Morgen beruhigen sich Wind und Welle.

 

13. August 2021 Insel Othonoí

2 Tage liegen wir auf Erikoúsa vor Anker. Zeit um weiter zu reisen. Die letzte Etappe in Griechenland führt uns zur Insel Othonoí. 10 Seemeilen westlich sind in Stunden abgefahren. Aus den Erfahrungen in Erikoúsa haben wir diesmal einen Liegeplatz in Othonoí per e-Mail reserviert. Pünktlich wie angekündigt laufen wir in den Hafen ein. Auf Funk wird nicht reagiert. Doch Jannis der Hafenmeister steht bereit und weist uns ein. Säulen für Strom und Wasser stehen kostenfrei zur Verfügung. Liegekosten für 2 Tage all incl. sind mit 65,- € für die CALYPSO angemessen. Die Überfahrt ist etwas wellig. Dünung und Wellen sind höher als zugesagt. Sie können sich nicht einigen und kommen daher auch aus verschiedenen Richtungen, während der Wind durch Abwesenheit glänzt. Der direkte Kurs kann nicht gehalten werden. In Seglermanier muss die CALYPSO gegen die Wellen kreuzen, was den Weg etwas verlängert. Der Ort selbst ist komplett in italienischer Hand. Selbst im Supermarkt wird nur italienisch gesprochen. Schon mal ein Vorgeschmack.


15. Augut 2021 Santa Maria di Leuca / Italien

Nun ist es soweit, Mit einer Träne in den Augen sagen wir nach 8 Jahren “Tschüss Griechenland“. Mit dem anderen Auge sagen wir voll Vorfreude “Achtung Italien wir kommen“. So werden die Vorbereitungen für die Weiterfahrt heute bereits ab 06.15 Uhr getroffen. Die Leinen sind um 07:25 Uhr los und die CALYPSO nimmt Kurs auf Santa Maria di Leuca in der Region Ampulien in Italien. Es ist ein stark frequentierter Hafen zwischen Italien und Griechenland. Aus diesem Grund haben wir über Navily, eine App als elektronisches Hafenhandbuch, einen Liegeplatz reserviert. Die Überfahrt verläuft wie erwartet. Wenige Knoten Wind verbunden mit leichtem Schwell der See. Zwischendrin gibt es mal eine Stunde wo das Wetter rauer wird. Nach fast 3 Stunden Fahrzeit ist es dann soweit. Die Gastlandflagge wird gewechselt. Wir sind in Italien. Nach 7:30 Stunden, also um 15:00 Uhr stehen wir vor der Marina Santa Maria di Leuca. Weil wir jetzt in einer anderen Zeitzone sind, stellen wir die Uhren 1 Stunde zurück. Es ist tatsächlich 14:00 Uhr. Über Funk meldet sich die CALYPSO an um einen Liegeplatz zugewiesen zu bekommen. Die Antwort ist erschütternd. Der Hafen ist überbucht, es gibt keine freien Plätze. Die CALYPSO möge ich um 16:00 Uhr nochmal melden. Bis dahin legen wir uns auf 3 Meter Sandboden vor dem Hafen vor Anker. Marina taucht routinemäßig den Anker ab. Anker sitzt, alles ok. Weitere Nachfragen im Hafen bringen keine anderen Erkenntnisse. Also bleiben wir über Nacht vor Anker. Reservierungen unter italienischem Einfluss sind wohl besonders. Wir dürfen noch viel lernen.  Zu später Stunde nimm der Schwell der Art zu, dass der Ankerplatz nicht zu halten ist. Der Kapitän, der bis dahin auch Ankerwache hält, beschließt um 03:00 Uhr morgens aus Sicherheitsgründen in den Hafen zu fahren. Die Tankstelle war der einzige freie Platz. Zügig legt die CALYPSO längsseits an und so kann die gesamte Besatzung noch ein paar Stunden ruhig schlafen. Die Anmeldung in Italien muss warten.


16. August 2021 Gallipoli – Darsena Fontanelle

Die Nacht an der Tankstelle im Hafen hat deutlich dazu beigetragen dass jeder an Bord der CALYPSO etwas Schlaf bekommt. Gegen 06.30 Uhr wird der Kapitän unruhig. Die CALYPSO verlässt den Hafen, den sie unberechtigter Weise geentert hat, genauso leise wie sie reingefahren ist. Der Versuch vor dem Hafen nochmal zu ankern scheitert kläglich an dem immer noch zu hohen Schwell. Die Ursprungsidee von hier zur Ciro Marina, auf der anderen Seite des Golfes, zu fahren ist schnell verworfen. So heißt der neue Kurs Richtung Nord in den Golf von Taranto nach Gallipoli. Schnell ist der Anker in Reiseposition gebracht und ab 25 Seemeilen zur Marina Darsena Fontanelle nach Gallipoli. Eine Anmeldung ist nicht möglich. Deshalb fährt die CALYPSO auf Verdacht hin und erhält für 4 Tage einen Liegeplatz mit 2 Moorings. Das Wetter im Golf von Taranto wird robuster, deshalb wollen wir bis zum 20. August bleiben. Die Crew ruht sich von den letzten Tagen aus und auf der CALYPSO werden die Spuren der letzten Manöver beseitigt und der bekannte elegante Glanz wieder hergestellt. Wir treffen ein weiteres deutsches Schiff. Die ANTIGUA, sie ist auf dem Weg von Montenegro nach Spanien. Zum Schluss noch ein paar Getränke und Lebensmittel bunkern und fertig. Es bleibt zu bemerken, dass Italien ein Weinland ist. Wein ist günstig während ein 0.5er Bier zwischen 6 € und 7,50 € liegt.


20. August 2021 CIRO Marina

Um 07:50 Uhr macht sich die CALYPSO auf den Weg nach der 60 Seemeilen entfernten CIRO Marina auf der anderen Seite des Golfes von Taranto. Heißt auch, wir verlassen Ampulien und reisen nach Kalábrien. Nachdem die CALYPSO die Bucht von Gallipoli verlassen hat, stellt sich das Wetter von der rauen Seite vor. Wind, Wellen und Dünung sind sich uneinig und kommen aus verschiedenen Richtungen. Ein paar Delfine schauen zwischendurch nach dem Rechten. Kurz darauf beruhigt sich das Wetter und unterstützt sogar beim Vorankommen. Der Wind hält sich zurück. Dünung und Wellen schieben die CALYPSO auf ihren SW-Kurs. Die Fahrt ist jetzt entspannt und die Crew genießt die Überfahrt zur CIRO Marina in vollen Zügen. Um 16:40 Uhr nach fat 9 Stunden ist die CALYPSO längsseits in der Marina fest. Die Besatzung belohnt sich nun mit einem Manöver-Sekt zur gelungenen Überfahrt. Die Motoryacht ANTIGUA aus Gallipoli kommt später noch dazu und wir gehen am Abend gemeinsam essen.


20. August 2021 Crotone

Es ist gestern tatsächlich etwas später geworden. Die Müdigkeit konnte nicht komplett aus den Knochen vertrieben werden als es um 11:30 Uhr nah Crotone losgeht. Für die 18 Seemeilen rechnen wir mit 3 Stunden Fahrzeit. Der Wind ist mit 3 Bft erträglich. Die Wellen und Dünung fordern dagegen die volle Aufmerksamkeit. Sie laufen so ungeschickt auf die CALYPSO zu dass wieder gegen an gekreuzt werden muss. Schließlich sind ir um 15:00 Uhr in Crotone an der Mooring fest. Hier wollen wir das Wetter abwettern und bleiben bis Dienstag den 24. August. Schaun wir mal…


24. August 2021 Le Castella -> Catanzaro

Nach genauer Betrachtung der Wettervorhersage und die in Augenscheinnahme des Wassers vor dem Hafen steht fest, es geht weiter nach Le Castella. Um 11:15 Uhr sind die Leinen los. Kaum ist die CALYPSO aus dem Hafen raus, bekommen wir das tatsächliche Wetter zu spüren. Wind und Welle laufen wiedermal für die CALYPSO in die falsche Richtung sodass sie beide die volle Aufmerksamkeit beanspruchen. Erst als das “Leuchtfeuer Rizzuto“ passiert ist wird es ruhiger. Gegen 15:00 Uhr steht die CALYPSO vor der Hafeneinfahrt, die durch Gestein nur vorsichtig zu fahren ist. Im Hafen setzt sich schnell die Erkenntnis durch dass kein Platz in diesem Hafen frei ist. Eine vorherige Anmeldung war mangels Telefon oder Funk des Hafens nicht möglich. Die Entscheidung der Schiffsführung ist schnell gefallen. Es ist noch Zeit zum 18 Seemeilen entfernten Hafen Catanzaro zu fahren. Nach 3 Stunden ist die CALYPSO um 17:45 im Hafen. Die Verwunderung ist groß als die Offiziere der CALYPSO leere Stege sehen. Es ist nicht erklärbar. Dennoch legt die CALYPSO längsseits an. Gefühlt ist es nur einen Augenblick als die Küstenwache um 19:45 Uhr anklopft um uns in aller Deutlichkeit unmissverständlich zu erklären das wir den Hafen verlassen müssen. Eine Ausnahme für eine Nacht kann der Kapitän nicht erreichen. Der Hafen ist beschlagnahmt und wir müssen raus oder mit Konsequenzen rechnen. Die CALYPSO legt gerade ab als ein Fischtrawler um die Ecke kommt. Nix wie hinterher. Auf Nachfrage wird uns ein Platz zwischen den Fischern für eine Nacht zugewiesen. So bleiben wir in Catanzaro und hier hat die Küstenwache keine Befugnisse. Den Fischern sagen wir  VIELEN DANK - GRAZIE MILLE.


25. August 2021 Porto Delle Grazie Marina di Roccella

Weil wir gestern den Fischern versprochen haben den Hafen um 07:00 Uhr zu verlassen ist heute wecken um 06:00 Uhr auf der CALYPSO angesagt. Der Kaffee ist gerade fertig als wir darauf Aufmerksam geacht werden, dass der Fischer, dessen Platz wir einnehmen, gerade jetzt in den Hafen einläuft. Wir bedanken uns sehr geestenreich, weil unsere linguistischen Möglichkeiten nicht ausreichen und verlassen um 06:45 Uhr den Hafen. Bei unserer Ausfahrt begegnen wir den einfahrenden Fischer. Nochmal DANKE. Das Wetter ist ruhig, Wind und Welle kommen von der richtigen Seite. So können wir bequem mit Sonnenaufgang unsere Reise fortsetzen. In Roccella Ionica laufen wir um 11:50 Uhr ein. Durch unsere Anmeldung per Funk werden wir vom Marinero bereits erwartet und eingewiesen. Alles sehr professionell. Hier kriegst Du alles was Du brauchst. Eine sehr schöne und saubere Marina. Wir bleiben 4 Nächte. Und dann – schaun wir mal…


31. August 2021 Marina di Porto Bolaro

Gestern ist unsere Freundin Kirstin eingetroffen. Sie will ein Stück mit der CALYPSO mitreisen. Dafür musste sie morgens um 04:00 Uhr an ihrem lokalen  Flughafen sein. Am Nachmittag ist sie dann an Bord. Weil wir heute in die Straße von Messina zur 55 Seemeilen entfernten Marina di Porto Bolaro fahren wollen, heißt es um 05:00 Uhr aufstehen, Kaffee kochen und um 06:00 Uhr geht die Reise los. Mit langsam aufsteigender Sonne nimmt die CALYPSO Kurs auf Porto Bolaro. Das Wetter ist Motorboot geeignet, sodass wir gut vorankommen. Einige Delfine begleiten uns in Stück. Erst als die CALYPSO bei Capo dell´ Armi in die Straße von Messina einbiegt, wird sie durch eine frische Brise und einer vor Freude aufgewühlten See begrüßt. Kurz vor dem Ziel muss noch ein Feld mit rasant gleitenden Kitern gemeistert werden. Der Porto Bolaro ist eine Perle die seines Gleichen sucht. Ein Naturhafen mit Stegen zum längsseits Anlegen und kristallklarem Wasser. Die CALYPSO wird äußerst freundlich in diesem privat geführten Hafen empfangen. Der Smutje greift sich Kirstin und beide erledigen noch den Einkauf. Nachdem Abendbrot an Bord gehen um 22:00 Uhr die Lichter aus. Es war ein langer Tag. Ganz am Rande dürfen wir noch ein Fotoshooting eines Brautpaares im Hafen am Steg erleben.


01. September 2021 Reggio Calabria – Marin Queen 88

Heute liegt nur eine kurze Strecke vor uns. Deshalb schläft jeder solange er kann. Das gemeinsame Frühstück ist um 11:00 Uhr beendet und schon sind die Leinen los und es geht zum 6 Seemeilen entfernten Reggio Calabria. Wir sind angemeldet und bekommen freundlich einen Platz an 2 Moorings zugewiesen. Nachmittags brist der Wind wieder auf und im Hafen ist reichlich Schwell. Schaun wir mal…


02. September 2021 Costa Viola Yacht Club - Palmi

Den Yachthafen Reggio Calabria haben als sehr laut und unruhig wahrgenommen. Eisenbahn und Straßenverkehr sorgen für viel Lärm, während der intensive Fährverkehr für ständigen unangenehmen Schwell sorgt. Für den neun Zielhafen Costa Viola Yacht Club in der Nähe von Palmi hat der Kapitän seine Reservierung per E-Mail bestätigt bekommen. Doch bevor es los geht müssen die 130 Volvo-Pferde an der gegenüber liegenden Tankstelle noch mit Futter versorgt werden. Die Besatzung und der Gast hatten Glück. Weil der Tankwart nicht vor Ort und telefonisch nicht erreichbar war, konnten alle auf der CALYPSO 1 Stunde den Hafen aus einer anderen Sicht betrachten. Mit der Gelassenheit eines entspannten Italieners wurden wir dann bedient. So – und jetzt wird es spannend. Die CALYPSO macht sich auf den Weg zum neuen Zielhafen und muss dabei die Straße von Messina durchfahren. Entgegen allen Berichten verläuft die Fahrt total entspannt. Nahezu kein Wind, der dem Kapitän gewöhnlicher Weise ins Gesicht bläst, keine Welle die die CALYPSO bremst oder schiebt, und wenig Schiffs- und Fährverkehr. Ein großer Kreuzliner und ein Tankschiff. Die Strömung der Straße von Messina hat der Kapitän der CALYPSO wohl richtig berechnet. Denn die CALYPSO wird durch die Straße von Messina durchgezogen mit zusätzlichen 2 Knoten. So wundert es niemanden dass nach 3 Stunden der Zielhafen erreicht ist. Es ist ein privatgeführter Yacht-Club in dem wir sehr freundlich und hilfsbereit empfangen werden. Aus Zeit- und Wettergründen bleibt die CALYPSO nur eine Nacht.


03. September 2021 Marina di Tropea

Heute wird es ruhiger Tag. Die Vorausberechnete Reisedauer für die 21 Seemeilen nach Tropea ist 4 Stunden. Die See hat sich entschlossen quer zum Kurs zu laufen, sodass die CALYPSO zum Wellenkreuzen aufgefordert ist. Nachdem das Leuchtfeuer Capo Vaticano passiert ist, beruhigt sich das Wetter. Insgesamt ist aber von einer angenehmen Überfahrt zu sprechen. Und die Reisedauer wird auch eingehalten. Im Hafen werden wir freundlich und nett empfangen. Während der Kapitän sich um die offiziellen Formularien kümmert, gehen die Mädels schwimmen. Anschließend heißt es für alle – einkaufen im naheliegenden Supermarkt. Verbrauchte Lebensmittel und Getränke müssen aufgefüllt werden. Nachdem Abendessen an Bord geht es ungeachtet der aufziehenden Wolken in die Altstadt von Tropea. Eine Altstadt die in und auf die Klippen gebaut ist. Es ist sehr eindrucksvoll und natürlich sehr touristisch. Nachts überfällt uns dann ein mörderischer Regen aus dem Nichts. Also spontan raus aus der Koje und alles wasserdicht machen. Die Lautsprecher auf der Fly hat es trotzdem erwischt. Sie haben ihren Dienst quittiert. Da braucht die CALYPSO wohl Neue. Auch am nächsten Morgen regnet es noch. Damit ist der Abreisetermin auf 09:30 Uhr verschoben, statt um 08:00 Uhr. Der Zielhafen Cetraro ist 50 Seemeilen entfernt. Da braucht die CALYPSO etwas Zeit. Nach in Augenscheinnahme von Wind und Welle am Strand und nach weiterem Studium der Wettervorhersagen, fällt die Schiffsführung einen einschneidenden Beschluss. Weiterfahrt erst am Montag den 6. September. Schaun wir mal…


06. September 2021 Cetraro

In der Nacht zum 4. September werden die Offiziere der CALYPSO lautstark aus der Koje gepfiffen. Die Lautsprecher der Musikanlage auf der Fly rufen völlig stromlos um Hilfe und zwar so laut, dass die Membranen abgerissen sind. Es regnet und die Lautsprecher sind nass geworden. Kurzer Hand löst der Kapitän die Verkleidungen und trennt die Lautsprecher von der Anlage. Nun ist vorerst Ruhe und der Kapitän durchnässt. Am Morgen regnet es immer noch, Dadurch verschiebt sich die Abfahrt zunächst auf 09:30 Uhr. Die CALYPSO will heute weiter, doch um 10:00 Uhr steht der neue Beschluss. Am Montag den 6. September wird die Reise fortgesetzt. Und so sind am 6. September um 08:00 Uhr die Leinen los und die CALYPSO macht sich mit einem lauen Lüftchen und bewegter See auf den 51 Seemeilen entfernten Hafen Cetraro. Bei der Entfernung ist trödeln eher verpönt. Gegen Mittag briest der Wind auf und die Welle wird steiler. Nach 8 Stunden Fahrt ist die CALYPSO in Cetraro fest an einer Mooring. Das routinemäßige Einlaufbier kann nicht zu Ende getrunken werden, weil überraschender Weise in sekundenschnelle ein Unwetter hereinbricht. Ohne Einladung tobt der Wind mit 8 Bft durch den Hafen. Gewitter sorgen für die Lautstärke und Regen und Hagel für reichlich Feuchtigkeit von oben. Dafür sinken die Temperaturen massiv ab. Sogar unser Tender, der auf dem Vordeck mitreist, wollte sich mit einem Sprung von Bord Schutz suchen. Durch die Leine mit der er angebunden ist reicht es nur zum Sprung ins Wasser. Nur die Abdeckplane und der Sitz konnten unentdeckt das Weite suchen. Obwohl sich das Wetter gegen Abend beruhigt beschließt die Schiffsführung die Liegezeit auf 3 Nächte zu erweitern. Der Urlaub unseres mitreisenden Gastes nähert sich dem Ende. Die Möglichkeit von hier aus die Heimreise anzutreten bietet sich förmlich an. Unabhängig davon schaut der Regen mit Gewitter immer mal wieder vorbei. Donnerstag hoffen wir trockenen Fußes bei ruhiger See weiterzukommen. Schaun wir mal…


09. September 2021 Maratea

Heute ist es soweit. Unsere Freundin verlässt die CALYPSO und tritt ihre Heimreise an. Auftragsgemäß ruft der Wecker um 05:00 Uhr zum Aufstehen und Kaffee kochen. Das bestellte Taxi steht um 05:45 Uhr bereit um unsere Freundin zum Bahnhof zu bringen. Nach kurzer Besprechung der Schiffsoffiziere und Prüfung der Wetterlage heißt es weiterfahren. Kurzentschlossen noch eben ein Obstfrühstück eingeworfen und das Schiff klariert. Mit leichter Brise und gekräuselter See geht es um 08:00 Uhr los in Richtung Maratea. Es entwickelt sich eine sehr angenehme Fahrt. Die Anmeldung von gestern per e-Mail war nicht erfolgreich. Die Anmeldung per Funk vor der Hafeneinfahrt bleibt unbeantwortet. Also stumpf reinfahren, und siehe da, ein Marinero winkt uns zu und weist uns einen Liegeplatz für 70,- €/Nacht zu. Der Hafen und die Umgebung könnten auch gemalt sein oder aus einem Film Stammen. Traumhaft schön und ruhig. Ein Rundgang bestätigt den Eindruck. Leider bleibt uns keine Zeit weil eine schlechtwetter Zone uns vorantreibt.


10. September 2021 Camerota

Nachdem gestern die Lampen um 21:30 Uhr auf der CALYPSO ausgingen wird heute Morgen schon um 08:30 Uhr ans Aufstehen gedacht. Der Tag wird ruhig angegangen und so ist die CALYPSO nach dem Frühstück um 10:30 Uhr klar zur Abreise. Mit leichtem Zug und ruhig gekräuselter See geht es Richtung Westen nach Camerota. Gute 15 Seemeilen sind in 2,5 Stunden zurückgelegt. Immer wieder Mal schauen ein paar Delfine nach dem Rechten. Die Marina selbst wird als überzogen und mit 88,-€ / Nacht als zu teuer beschrieben. Der Kapitän beschließt daher am kostenlosen Stadtkai längsseits fest zu machen. Diese Idee haben andere Skipper auch schon gehabt. Wenn der Wetterbericht stimmt haben wir 2 Tage wetterbedingt Pause. Die warten wir ab, und wann es weitergeht? Schaun wir mal. Weil wir keinen Stromanschluss an dieser Stelle haben, müssen die 130 Volvo Pferde die Batterien zwischendurch mit Energie versorgen.


13. September 2021 Agropoli

Tatsächlich geht es heute los. Die zeigt 7 an als die CALYPSO sich auf den Weg macht. Für die 36 Seemeilen nach Agropoli rechnet der Kapitän mit 6 Stunden Fahrzeit. Nachmittags soll es etwas unruhiger werden. Das Gegenteil ist eingetreten. Die Fahrt war sehr ruhig und so sind wir um 12:40 Uhr fest an der Mooring in Agropoli. Das Wetter bleibt auch vorerst in den Folgetagen stabil und wir könnten weiterfahren. Wer da nicht die Leckage an der Wasserpumpe. Die routinemäßige Durchsicht aller Bilgen und des Motorraums machen es deutlich. Der Impeller der Wasserpumpe ist von Fachleuten im Juni 2021 in Preveza, die einen kompletten Service vorgenommen haben, falsch eingesetzt. Ein Crasch in nächster Zeit wäre unausweichlich. Glück gehabt und regelmäßige Kontrolle lohnt sich. Nun sind die Ersatzteile bestellt und können bald eingesetzt werden. Unabhängig davon hat die Schiffsführung beschlossen die CALYPSO hier überwintern zu lassen. Weil sie erst nach 2-jähriger Pause im Juni 2021 ins Wasser gekommen ist, darf sie im Wasser bleiben. Wie es weiter geht? In diesem Jahr nach Deutschland, und dann – schau wir mal bis nächstes Jahr.


18. September 2021 Agropoli

Soo – bevor es nach Deutschland geht wird noch der Impeller eingesetzt und ein neuer Deckel installiert. Der anschließende Test mit laufender Maschine hat es dann offenbart. Die Wasserpumpe leckt immer noch. Die weitere intensive Kontrolle zeigt dass die Dichtung im Gehäuse der Wasserpumpe ihrem Namen nicht nachkommt. Nach dem Austausch ist es dann soweit. Alles dicht.


21. September 2021 Agropoli

Bevor die CALYPSO in ihre wohlverdiente Winterpause kann, muss sie nochmal raus auf´s Meer. Es folgt der Abschlusstest für dieses Jahr. Und dann passiert es. Die Drehzahl wird erhöht und das elektronische Motorenmanagement fühlt sich überfordert und setzt eine Fehlerlampe in Orange. Von jetzt an geht es mit halber Kraft in den Hafen zurück. Die Prüfung zeigt, dass das Luftfilter vor dem Turbolader verschlossen ist und dem Turbo keine Luft lässt. Dieses Ersatzteil hat die CALYPSO in ihrem Lager vorrätig. Durch den Austausch des Filters läuft alles wieder ruhig. Doch bevor es nächstes Jahr wieder auf Tour geht ist eine intensive Betreuung der 130 Volvo Pferde unumgänglich. Schaub wir mal…


23. September 2021 Bremen

Heute ist der Tag der Abreise. Deshalb ruft der Wecker um 05:30 Uhr lautstark zum Tagesbeginn. Das bestellte Taxi ist pünktlich um 08:00 Uhr vor der Tür. Im Zugbahnhof werden wir darauf hingewiesen dass unser Zug, der uns zum Flughafen Neapel bringen soll, ersatzlos gestrichen ist. Entgegen der Tafel mit Öffnungszeiten bleibt die Info geschlossen. Anhand von Informationstafeln in italienischer Sprache und Internetinformationen wird nach Alternativen gesucht. Mittendrin werden wir von einem deutschen Ehepaar angesprochen ob wir mit ihnen nach Salerno mitfahren möchten. Sie selbst wollten ebenfalls mit der Bahn fahren und hatten erfreulicherweise urlaubsbedingt einen Leihwagen dabei. Erstaunt und freudig erregt nehmen wir dieses Angebot gerne an. Dafür ein ganz großes DANKESCHÖN. In Salerno fahren die Züge im ½-stunden Takt nach Neapel. So erreichen wir unseren gebuchten Flieger und sind um 20:00 Uhr in Bremen. Ein langer Reisetag geht zu ende. Wann es wie weitergeht? Schaun wir mal…